Wer kennt sie nicht: Meetings, die wie eine Rakete hochenergetisch „abheben“ und dann, laaangsam und sicher, verpuffen? Manchmal scheint es sogar, als wäre es unerheblich, mit wie viel Energie Sie in das Meeting einsteigen, denn die „Schubvernichter“ schaffen es immer, Beschlüsse im Sande verlaufen zu lassen.

Lesen Sie im heutigen Artikel über das Fünf-V-Modell der Schubvernichtung … und wie Sie es mit einer durchgreifenden Taktik lösen.

Das Fünf-V-Modell der Schubvernichtung

Ein verbreiteter Prozess, um gesichtswahrend Ziele nicht zu erreichen, funktioniert in diesen 5 Phasen:

  1. Vereinbaren,
  2. Verkomplizieren,
  3. Verwässern,
  4. Versanden und
  5. Vergeben.

Dabei werden einmal beschlossene Ziele in immer kleinere und miteinander verknüpfte Sub-Ziele unterteilt, wodurch die ursprünglichen Ziele zunehmend unklarer werden, bis sie schließlich kaum noch erkennbar sind. Zum Schluss äußert man dann Beileid („Wir haben es ja versucht!“) und rettet zwar oberflächlich die Stimmung, realisiert die Ziele jedoch nicht.

Je mehr Prozess-Freiheiten die Teilnehmer von Meetings und Reportings genießen, umso leichter kommt dieser Prozess ins Rollen. Dabei werden diese Freiheiten selten offen als solche kommuniziert. Wenn jedoch die einzige Vorgabe für eine Berichts-Präsentation lautet, man solle das Firmenlogo oben links plazieren, wird dem (unbewussten) Abschweifen Tür und Tor geöffnet: Es wird leicht, die persönliche und politische Agenda in den Vordergrund zu stellen, die oft zum dankbaren Diskussionsthema werden. Dann rücken Inhalte in den Hintergrund, und der Schubvernichter bekommt erste Energie.

Zugvogel-Impuls: Grenzen setzen mit dem Maßnahmen-Kleeblatt\

Meetings und Reportings sind keine jam sessions, kein Ort zum Improvisieren oder um sich selbst darzustellen. Mit dem Maßnahmen-Kleeblatt haben wir eine formale Struktur entwickelt, um Abschweifungen entgegenzuwirkenund den Schubvernichter im Keim zu ersticken. Das Kleeblatt hilft, objektiv(ierbar)e Kritieren zu betonen und Selbstdarstellung zu bremsen. Dadurch trägt es dazu bei, dass Ergebnisse präsentiert werden und nicht etwa Prozess- oder Erlebnisberichte.

Es besteht aus vier Quadranten:

  1. Eine schlichte Darstellung der Projektdefinition
  2. Die für die Maßnahme relevanten Key-Performance-Indikatoren
  3. Die Wirkung, die die Maßnahme erzielen soll
  4. Der aktuelle Status der Maßnahme

Vorlage herunterladen: Maßnahmen-Kleeblatt

Führen Sie in Ihren Meetings und Reportings eine neue Spielregel ein und setzen sie konsequent durch: Ohne Maßnahmen-Kleeblatt wird nicht über eine Maßnahme diskutiert. Es mag zunächst zu Reibungsverlusten kommen, weil die Selbstdarsteller plötzlich ihres Lieblingsinstruments PowerPoint beraubt sind, doch mittel- und vor allem langfristig werden Sie messbare Verbesserungen feststellen.

Was uns bewegt

Seit einigen Monaten arbeiten an einem neuen Buch zum Thema „Herausforderungen an HR.“ Dort schreiben wir über Themen wie effizientes Recruiting, Performance-Management und darüber, wie produktive Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern verschiedener Altersstufen gestaltet werden kann. Haben Sie Input zu diesen Themen? Themenwünsche für das Buch? Oder gibt es Problemstellungen, die Sie bei HR immer wieder bemerken? Schreiben Sie uns!